[DE] Kein House of Games ohne das Computerspielemuseum - öffentliche Finanzierung jetzt!


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Liebe Community, liebe Kolleg*innen,

In Berlin entsteht aktuell das “House of Games”, ein staatlich geförderter Hub für die Games-Branche, allerdings ohne das Computerspielemuseum. Damit wird das House of Games zum abgekapselten Immobilienprojekt, wo viele von unseren Freund*innen von der Teilhabe ausgeschlossen werden. Wir möchten mit dieser Initiative zeigen, dass die Games-Community und -Branche sich nicht nur als Wirtschaftsprojekt versteht, sondern ihren kulturellen Auftrag ebenso wichtig findet.

Als Pixelgrüne sind wir eine Brücke von Community und Branche in die Politik und bestehen aus Gamer*innen und Entwickler*innen wie euch. Unser neu gegründeter Verein steht der Partei und den Werten der Bündnisgrünen nahe, allerdings sind wir unabhängig und agieren parteiübergreifend. Wir möchten die Welt mit euch besser und interaktiver machen.

Zusammen sind wir stärker: bitte unterzeichnet unseren offenen Brief, um mit uns ein Signal an die Politik zu senden. Kein House of Games ohne das Computerspielemuseum - öffentliche Finanzierung jetzt!

Hier geht es zur Vollbild-Ansicht. Danke!

Öffentliche Finanzierung jetzt: Kein House of Games ohne das Computerspielemuseum!

Games sind ein wichtiger Teil von unserer Gesellschaft und wie andere Medien verdienen sie einen institutionellen Ort, ein Museum, wo das Medium exploriert werden kann. Games sind nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sie sind auch Kulturgut - entsprechend sollten sie auch behandelt werden. Wir wollen, dass das Computerspielemuseum durch öffentliche Finanzierung noch zugänglicher, besser und umfangreicher wird.

Mit einer öffentlichen Finanzierung wäre das Computerspielemuseum...

Günstiger -> ein relevanter Faktor dafür, wie viele Menschen erreicht werden können

Vielfältiger -> mit mehr Platz können mehr Themen adressiert, mehr Games und Konsolen ausgestellt werden

Moderner -> neue Technologien um Ausstellungen zu erleben

Besser erreichbar → Warschauer Straße ist ein touristischer Hotspot und rental zentral mit ÖPNV angebunden

Integrierter -> das Museum würde vom institutionellen Netzwerk staatlicher Museen und dem Netzwerk vom House of Games profitieren

Wir fordern den BKM und Berliner Senat auf, das Medium Games gleichwertig wie andere Medien als Kulturgut zu behandeln und für das Computerspielemuseum Berlin, das erste Computerspielemuseum weltweit, eine staatliche Finanzierung zu etablieren, damit es ein fester, einfach zugänglicher Bestandteil vom “House of Games” in Berlin werden kann.

Das erste Computerspielemuseum weltweit kommt aus Berlin, Deutschland

In Berlin wird seit 1997 im weltweit ersten Computerspielemuseum für Games begeistert und sich damit auseinandergesetzt, welche geschichtliche und gesellschaftliche Tiefe in dem Medium steckt.

In dem Museum befinden sich

  • über 35.000 Spiele/Anwendungen, die restauriert wurden

  • über 300 Konsolen

  • über 12.000 Zeitschriften zu Games & - Popkultur


  • das Museum leistet aktive Arbeit zur Restauration und Konservierung von Games

  • stellt sie aus und bewahrt damit Kulturgüter

  • recherchiert und arbeitet Themen auf, z.B. DDR-Geschichte, Mediengeschichte, Ludologie u.v.m.

Diverse temporäre Ausstellungen und Veranstaltungen haben das Angebot ergänzt. Das Computerspielemuseum ist Erwachsen geworden und verdient zum 30ten Geburtstag ein Upgrade: einen Umzug in das House of Games.

Kein House of Games ohne das Computerspielemuseum!

In Berlin entsteht aktuell das sogenannte House of Games. Die Politik bezeichnet es gerne als Leuchtturmprojekt für die Branche. Auf uns wirkt es allerdings wie ein reines Immobilienprojekt: es zählt alleine die Flächenverwertung, nicht der gesellschaftliche Mehrwert. Die Berliner Landesregierung hat zu verstehen gegeben, dass ihnen das Computerspielemuseum Berlin nicht wichtig genug ist, damit es einen Platz im Leuchtturmprojekt bekommt.

Wenn Politiker*innen den Mehrwert von Projekten nicht nachvollziehen können, wird mit Arbeitsplätzen und Steuergeldeinnahmen argumentiert. Sobald das in ihrer Rechnung fehlt, ist es die “angespannte Haushaltslage”, die das Projekt zum Scheitern bringt. Eine Logik, die viel Potenzial auf der Strecke liegen lässt.

Über 150.000 Besuche jährlich zeigen großen Bedarf

Schon jetzt zeigt das Computerspielemuseum eindrucksvoll, wie viel Interesse es an einem Museum für Games gibt. Über 100.000 Besuche jährlich, zuletzt mit einem Besucherrekord von 150.000 Besuchen im Jahr 2023, bedeuten im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte über eine Millionen verschiedene Perspektiven, durch die das Museum betrachtet wurden. Dabei ist die Ausstellungsfläche mit etwas weniger als 600 Quadratmetern deutlich unter dem, was das Medium an Ideen bietet. Das Museum kommt an seine Grenzen, was es leisten kann. Und den vielen Ideen, wie man das Medium noch beleuchten könnte, fehlt der Platz.

Games sind mehr als Geld - ein Museum leistet einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag

Ein Museum für Games schafft einen gesellschaftlichen Mehrwert, der über unmittelbare Steuereinnahmen hinaus geht.

Wenn das Computerspielemuseum öffentlich finanziert wird, kann das der Branche und den Entwickler*innen helfen...

  • dass Games in der Gesellschaft mehr kulturelle Anerkennung bekommen

  • Institutionelle Anerkennung schafft Legitimation auch für andere Projekte über das Museum hina

  • Inspirationen zu finden für verschiedene Games und Hardware

  • das Medium und dessen Entwicklungen tiefer zu verstehen, Trends und Zielgruppen entdecken

  • das Museum macht das House of Games zu einem Treffpunkt für Gaming-Fans und zu einem attraktiveren Standort für die Branche


Es leistet einen wichtigen Beitrag zu Demokratiebildung und Medienkompetenz. Das Computerspielemuseum versucht schon immer, an Games nicht nur den Spaß hervorzuheben, sondern auch die Schattenseiten zu thematisieren. Games können Demokratien stärken - im schlimmsten Fall können sie Demokratien schwächen. Wie verhält es sich mit den Suchtgefahren? Was sind die Auswirkungen der Games-Branche auf das Klima? Welche Games machen unsere Gesellschaft feministischer, welche bewirken das Gegenteil? Was unterscheidet europäisches von asiatischen Game Design? Wie behandeln Games das Thema Erinnerungskultur? Wie prägen Games unsere Kultur? Es gibt viele Fragen und Themen, die in einem Museum beleuchtet und aufgearbeitet werden können. Die Liste an spannenden Themen ist lang - es fehlt dem Computerspielemuseum an Personal und Platz, um sie auszuarbeiten. Das könnte sich mit einer staatlichen Finanzierung ändern.

Staatlich geförderte Museen für Filme, Musik, Literatur… aber nicht für Games?

In Deutschland und in Berlin gibt es viele staatliche geförderte Museen, meistens vom Bund und dem Land Berlin. 46 Museen und kulturelle Einrichtungen werden in Deutschland vom Bund finanziert. Der BKM der Bundesregierung fördert und finanziert etwa auch die Kinemathek in Berlin (ein Museum der Kinogeschichte). Ein tolles Museum mit einem ähnlich relevanten gesellschaftlichen Auftrag, nur für ein anderes Medium.

Es ist an der Zeit, Games politisch und gesellschaftlich ernst zu nehmen. Es gibt eine riesige, fast unendliche Vielfalt an Games, die keine Person in ihrer Lebzeit alle entdecken und spielen kann. Games verbinden uns weltweit mit anderen Kulturen und Menschen. Sie begleiten uns unser Leben lang - sie bringen uns im frühen Alter bei, wie Dinge funktionieren, und helfen uns im späteren Alter, mental fit zu bleiben. Sie können in Schulen eingesetzt werden oder in der politischen Bildung.

Wer Games versteht, versteht, wie digitale Gesellschaften funktionieren. Und dass auch digitale Gesellschaften gerne analog vor Ort zusammenkommen. Ein staatlich finanziertes Computerspielemuseum kann weltweit ein Leuchtturm für Gameskultur werden - let’s make it happen!

Pixelgrüne Vorstand

gezeichnet

@Tony Meis

@Tim Junge

@Jana Ketzenberg-Schmid

@Jakob List

@Liliane V. Pollmann

@Désirée Scheil